KSK Besucherzentrum Calw - Heldenschmiede?
- Erik Dusin
- 6 minutes ago
- 3 min read
Martin und Nico waren im Besucherzentrum KSK in Calw und haben sich vor Ort angeschaut was da geht. Ob es sich lohnt, zeigen wir Euch.
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KSK Besucherzentrum

Calw. Dem humanistisch Gebildeten ein Begriff, weil Hermann Hesse hier geboren ist, für den militärisch gebildeten die sagenumwobene Heimat des Kommando Spezialkräfte. Genau diese Aura des Geheimen wäre dem Kommando beinahe zum Verhängnis geworden. Geheime Krieger, die sich von der Bundeswehr losgesagt haben und nur Rechtsradikale in den Reihen hat - so die Vorwürfe nach den Skandalen 2020 und 2021. Das Besucherzentrum ist ein Mittel, um die Aura zu lüften, zugänglicher zu machen, ohne die militärisch notwendige Geheimhaltung zu gefährden.

Um das KSK in der den Spezialkräften in Deutschland einzuordnen, werden an der ersten Station die verschiedenen Spezialeinheiten aufgeführt. Von den Kampfschwimmern (KSM), der ersten Spezialeinheit Deutschlands, über die GSG 9, die SEKs und den weniger bekannten HSG 64 und dem ZUZ des Zolls werden hier alle aufgeführt.

Der Wille entscheidet. Das Auswahlverfahren war schon immer recht transparent, aber was genau da passiert war Quelle von Legenden. "Das Härteste was man jungen Menschen in einer Demokratie zumuten kann." so wurde die "Höllenwoche" immer beschrieben. Dabei war dieser Eingangstest nur ein Teil des Auswahlverfahrens. Bereits vorher finden medizinische Untersuchungen und computerunterstützte Tests statt, an denen man bereits scheitern kann. Das aktuelle Auswahlverfahren ist komplett überarbeitet, ist aber genauso anspruchsvoll wie das Alte - 90 Prozent scheitern.

Das Besucherzentrum wurde auch dafür geschaffen, dass die Aufarbeitung der Missstände im KSK offen kommuniziert werden. Aus den Verfehlungen haben sich einige Reformen abgeleitet.

Für Gearnerds natürlich eine Oase der Glückseligkeit. Aktuelle und historische persönliche Ausrüstung waren für uns ein Highlight. Die Ausstellung ist mit Liebe und Auge fürs Detail gemacht.

Das KSK ist gut vernetzt und hat, als vergleichsweise junge Spezialeinheit, bei vielen Einheiten in der Welt gelernt. Ob es der SAS des Vereinigten Königreichs oder die Delta Force aus den USA sind. Angefangen als Lehrling ist das Kommando Spezialkräfte nun anerkannter Partner. Das Thema ist schön interaktiv aufgearbeitet.

Es riecht nach Nylon. Gearnerds im Fachgespräch. Man kann im besucherzentrum auch anfassen und erleben. Wir als Rucksackfreaks sind natürlich beim guten, alten Berghaus hängen geblieben. Die Reste von Schlämmkreide zur Tarnung machen das Ausstellungsstück besonders authentisch.

Waffen sind auch immer spannend, hier natürlich keine Originalen, aber zur Darstellung reicht es. Die Modelle sind super detailliert. Leider nur die aktuelle Ausstattung und nicht die Waffen aus der Vergangenheit, was auch spannend wäre.

Der Taschensatz eines Kommandosoldaten ist riesig. Lindnerhoff ist der Haus und Hof Hersteller beim KSK und auch das wird ausgestellt. An dieser Stelle entbrannte dann auch eine Diskussion, ob Lasercut oder PALS besser wäre.

Man kann sogar anprobieren, mitnehmen geht auch, man muss nur mindestens drei Jahre beim Bund gewesen sein, noch genügend Restdienstzeit haben, das Auswahlverfahren bestehen und aktiv im Kommando sein ...

Optronik wird auch ausgestellt, bedauerlicherweise kann man nicht selbst durch ein Original schauen.

A blast from the past. Ganz am Anfang trug das KSK die schwarzen Overalls. Auch diese Zeit wird dargestellt.

Wer auf Fahrzeuge steht, wird auch fündig. Von klein ...

... bis groß.

Der Einsatz in Afghanistan war der Längste der Bundeswehr und das KSK war natürlich dabei. Zu den verschiedenen Operationen gibt es jeweils Darstellungen, Fotos und Texte, die schön individuell sind.

Die Heimatfront muss stimmen. Auch darauf wird im Besucherzentrum hingewiesen. Kommandosoldaten sind eben nicht nur Killermaschinen, sondern in erster Linie Söhne, Brüder, Ehemänner, Väter - Menschen.

Wir schließen unseren Rundgang mit Nicos Lieblingsausstellungsstück. Das Kajak und die zugehörige Ausrüstung hat es ihm besonders angetan. Leider fiel es auf, als die Beiden das Schmuckstück raustragen wollten.
Fazit:
Auf den ersten Blick wirkt das Zentrum gar nicht so groß, aber es ist vollgepackt mit spannenden Informationen und tollen Details. Die Führungen werden meist von aktiven oder ehemaligen Angehörigen des KSK gemacht, sodass man die Möglichkeit hat ganz persönliche Erlebnisse zu erfahren. Calw liegt in einer wunderschönen Gegend in Baden-Württemberg und eignet sich ganz ausgezeichnet für einen schönen Familienurlaub. Das Besucherzentrum ist auf jeden Fall einen Abstecher wert.
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