Feuerwehrmann vermisst! Jetzt zählt jede Sekunde. Atemschutznotfall & RIT Meeting in Calw
Vom 28. bis 29. August 2026 haben OPCON GmbH unter der Leitung von Fabian Weiß und die Global Special Rescue Solutions GmbH unter der Leitung von Axel Manz zum Victim Rescue und RIT (Rapid Intervention Team) Meeting eingeladen, um einen Erfahrungsaustausch zu bieten, der speziell für Atemschutzgeräteträger zugeschnitten war. Die Veranstaltung fand zum ersten Mal am Standort Calw statt. Viele Feuerwehrfrauen und -männer verschiedenster Wehren waren vor Ort, um am Erfahrungsaustausch teilzunehmen.
Alle Infos unter:
Trainings-APP: Übungsdokumentation SRHT · FW Tools
Feuerwehr-Team-Hamburg: TFA-Team Hamburg
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Victim Rescue und RIT Meeting Calw 2026

Wir sind mal wieder in Calw bei Fabian, Gründer und Inhaber der OPCON GmbH. Wir haben schon des Öfteren Kursinhalte von Fabian bei uns präsentiert, unter anderem Hunde-Erstehilfe-Ausbildung und Türöffnungsseminare für Behörden. Da Fabian neben Polizei und Sondereinsatzkräften auch mit Feuerwehren zu tun hat, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bisher auch spezielle Inhalte geboten werden. Fabian hat mit seinem langjährigen Freund Axel Manz, der selbst Feuerwehrmann ist, die Formate „Victim Rescue“ und RIT Meeting erdacht und für die erste Veranstaltung Feuerwehren aus ganz Deutschland zum Erfahrungsaustausch und zur Unterstützung eingeladen.

Jede Wehr, egal ob Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr, schickt das Personal auf Lehrgänge, Weiterbildungen und Seminare. Das ist richtig und gut, allerdings kommen unter dem Motto "Retten, Löschen, Bergen, Schützen" ganz schön viele Themen zusammen, sodass Spezialisierungen unausweichlich sind. Der Schwerpunkt beim Victim Rescue und RIT‑Meeting ist der Atemschutz.

Gerade in diesem Segment ist der Austausch besonders wichtig, weil praktische Einsatzerfahrung aus verschiedenen Wehren deutlich wertvoller für den einzelnen ist, als wenn ein Lehrgang besucht wird, wo vielleicht nur die Erfahrungen des Ausbilders und die vorgeschriebenen Inhalte vermittelt werden - vielleicht gar nicht mal aus mangelnder Erfahrung, sondern schlicht und einfach auch aus Zeitgründen: In so einem kurzen Lehrgang ist gar nicht möglich, alles vorhandene Praxiswissen zu vermitteln - und so beschränkt man sich auf die Basics. Axel wollte hier mit Fabian den Erfahrungsaustausch möglich machen, deshalb wurden neben den regulären Teilnehmern auch Wehren eingeladen, die in Stationsleiter-Funktion die verschiedenen Stationen begleitet haben - die Stationen schauen wir uns nun an.

Die erste Station umfasst das Thema Atemluftversorgung im Generellen. Es werden die verschiedenen Pressluftatmer der Wehren gezeigt...

...und wo die Unterschiede in der Anwendung liegen. Zusätzlich geht es selbstverständlich auch um Möglichkeiten, wie Kameraden notversorgt oder man selbst vorgehen kann, wenn der PA leer ist.

Auch hier nutzen die verschiedenen Wehren unterschiedliche Mittel, sodass die Teilnehmer auch neuen Input mit ihrer Wehr nehmen können, was vielleicht noch in der Grundausstattung sinnvoll in der Beschaffung wäre.

In der zweiten Station geht es gleich richtig an die Grenzen der Einsatzkräfte. Hier wird ein Unfall simuliert, wenn ein Feuerwehrmann sich in einem dunklen Raum in einem Seil verfangen hat.

Der dunkle Raum wird simuliert, indem die Schutzmaske blickdicht gemacht wird. Zusätzlich sorgt ein Heizstrahler für Wärme und die starke Hand des Feuerwehrmanns wird abgeklebt. Man muss sich also blind mit einer schwachen Hand zurechtfinden und darüber hinaus prüfen, was denn überhaupt geeignete Mittel sind, sich frei zu schneiden.

Anschließend ging es in der Station aber noch weiter: Es muss nicht immer das Seil sein, in dem man sich verfängt - manchmal können Gegenstände umstürzen, Gebäudeteile einstürzen und man wird plötzlich eingeklemmt. Wie kommt man mit einem sperrigen Gerät auf dem Rücken durch schmale Durchgänge - hier wird es gezeigt!

Ebenfalls Teil dieser Station ist das mentale Training für Resilienz - wie bleibt man ruhig, wenn die Atemluft ohnehin schon knapp ist, um sich wertvolle Zeit zu erkaufen, bis die Rettung eintrifft? Diese Station wurde übrigens vom TFA-Team Hamburg durchgeführt, das in diesem Bereich bereits viel Erfahrung gesammelt hat. Die TFA nimmt an nationalen und internationalen Wettkämpfen teil und hat hierfür auch die "Mayday Arena" in Hamburg aufgebaut - eine Atemschutz-Trainingsstrecke, die bekannte Atemschutznotfälle aus der Vergangenheit simuliert und somit die Teilnehmer Erfahrungen sammeln können, wenn es um Überwindung von Hindernissen, Beweglichkeit und Resilienz geht.

Ebenfalls vom TFA Team ist die nächste Station, wo es um die Rettung von Personen unter Atemschutz geht. Das können zivile Personen, aber auch eigene Kameraden sein. Der Star der Station ist die "Latte" - ein Ergebnis aus 700 Seiten Vorschungsergebnis von Wehren aus den USA. Im Prinzip zeigt die Latte auf, in welcher Höhe wie viel Atemluft noch zur Verfügung steht und welche Temperaturen herschen.

Das Ergebnis ist erschreckend, wenn Personen in einem Bereich über 30cm gerettet werden, sinken die Chancen drastisch, je höher man arbeitet. Klassische Rettungsgriffe wie der Rautek-Griff sind zwar effektiv und kräfteschonend für die Einsatzkräfte, aber damit bewegt man sich ganz klar im kritischen Bereich wo noch Atemluft zur Verfügung steht.

Hier werden nun unkonventionelle Schleiftechniken vermittelt, mit denen Einsatzkräfte oder zivile Personen gerettet werden können, in dem sie flach am Boden gehalten werden - eine extrem spannende und kräftezehrende Station.

Die letzte Station fokussierte den Rettung von verunfallten Kameraden unter Atemschutz - wie kann man am besten einen Kameraden retten, mit minimalen Mitteln?

Welche Zieh- und Schleiftechniken gibt es, welches Material kann genutzt werden und wie überwindet man Hindernisse? All das wurde in dieser Station vermittelt.

Bevor es mit den Szenarien weitergeht, wollen wir Euch noch kurz ein Helferlein vorstellen, dass der Feuerwehrmann Thomas Urban entwickelt hat, um Trainings effektiv zu dokumentieren, ohne den Fokus auf die Ausbildung zu verlieren. Viele Ausbilder wie z.B. auch Axel, sind im Stoppuphr, Schreibzeug und Handy unterwegs, um Übungen für die Nachbesprechung zu dokumentieren. Das hat Thomas gesehen und die App entwickelt, die all diese Mittel überflüssig macht, so dass sich der Ausbilder wieder mehr auf die Ausbildung während einer Übung konzentrieren kann.

Die App kann Offline am Smartphone genutzt werden, sie bietet die Möglichkeit die Zeit zu nehmen, Fotos zu implementieren und Notizen zu machen - super spannend und hilfreich - schauts Euch an:

Zum Abschluss des ersten Tages ging es in die Lagen-Situationen, wo die Feuerwehrmänner und Frauen mit Situationen konfrontiert wurden, die sie vorher noch nicht gesehen hatten. Ob es eine Rettung über ein Fenster war,

...oder unter extrem beengten Raum - hier wurde alles abverlangt von den Teilnehmern.

Der komplette Kellerbereich wurde mit Rauch durchsetzt, so dass sich die Einsatzkräfte auf den Tastsinn oder - wenn sie es hatten - Thermalgeräte verlassen mussten, um die Rettung von Personen und Kameraden erfolgreich durchzuführen.

Jede freie Minute wurde genutzt um Praxiswissen zu vermitteln - hier konnte Fabian sein Wissen im Bereich Forcible Entry / Türöffnungen vermitteln und die Feuerwehrleute konnten ausprobieren, mit welchen Werkzeugen und Hilfsmitteln man wie effektiv ist.

Wir waren leider nur einen Tag vor Ort, sind aber schwer beeindruckt. Aber was sagen die Veranstalter Fabian und Axel dazu? Beide sind sich einig: Das soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass so ein Wissensaustausch stattfindet, sondern der Startschuss für etwas Großes, von dem jeder Feuerwehrmann profitieren kann. Hinzu kommt die unvergleichliche Kameradschaft, die an diesem Tag geteilt wurde - jeder hat mit angepackt, seine Erfahrungen bereitwillig geteilt und so einen unvergesslichen Tag geschaffen, der auch uns noch lange im Kopf bleiben wird.

Wann und wo wieder ein Event stattfinden wird, ist so kurz nach der Premiere noch nicht bekannt, Ihr könnt Euch aber auf jeden Fall jederzeit auf den Kanälen von OPCON darüber informieren, damit Ihr rechtzeitig bescheid wisst:
Für uns war es ein Mega-Event, wir hoffen auch das nächste Mal wieder mit dabei sein zu dürfen!
Interesse geweckt? Etwas weiter unten findest du eine kleine Auswahl an passenden Beiträgen:





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