Krisenvorsorge 2026 - Teil 8 - Erste Hilfe & Hausapotheke
- Erik Dusin
- 1 minute ago
- 7 min read
Jeder, der in Deutschland einen Führerschein gemacht hat, hat auch einen Erste Hilfe Kurs gemacht. Das ist schon einmal sehr gut, allerdings war das für viele das letzte Mal, dass man sich mit dem Thema beschäftigt hat. Bei der Hausapotheke ist es ähnlich. Gern der Schrank im Badezimmer, der voll ist mit abgelaufenen Medikamenten, Hustensaft und Insektenschutzmittel. In einer Krisensituation können kleinste Wunden oder Krankheiten schlimme Folgen haben, da Hilfe von Außen vielleicht nicht verfügbar ist. Wir geben ein paar Hinweise für dieses wichtige Thema.
Alle offiziellen Informationen hier: https://www.bbk.bund.de
Ausrüstung gibt's bei https://www.recon-company.com
Interesse an weiteren Beiträgen, passend zum Thema? Kein Problem, am Ende des Beitrags findet ihr die entsprechenden Links! Click here
Krisenvorsorge 2026 Teil 8 - Erste Hilfe & Hausapotheke

Bevor wir uns mit der Krankheit und Wundversorgung befassen ein Hinweis: Wer auf seine Gesundheit achtet und körperlich leistungsfähig ist, weil er regelmäßig Sport macht und zum Gesundheitscheck geht, hat auch in der Krise Vorteile. Wer eine Diät aus Monster, Zigaretten und Fast Food hat und die einzige Bewegung der Daumen beim Handy scrollen ist, wird in einer Krisensituation Probleme haben. Impfungen gegen Tetanus und die Untersuchung beim Arzt, ob alle Mikronährstoffe ausreichend vorhanden sind, sind empfehlenswert. Zur Krisenvorsorge gehört also nicht nur Gear besorgen, sondern auch Fit bleiben - dazu gibt es nochmal einen zusätzlichen Teil!

Jeder der ein Auto besitzt, hat auch einen Verbandskasten. Damit weiß man auch schon einmal, wo man Verbandsmaterial findet, wenn man es braucht. Diese Verbandkästen sind günstig und für das Notwendigste zur Wundversorgung ausreichend. Ein erster Schritt ist also: den Verbandkasten aktuell halten (auch, wenn einige Produkte aus dem Inhalt noch gut nutzbar sind, auch wenn er abgelaufen ist). Es ergibt auch Sinn im Haus oder in der Wohnung griffbereit einen Verbandkasten zu haben. Die günstige Lösung ist auch hier der Autoverbandkasten, es gibt aber auch fertige Erste Hilfe Sets für die Wohnung. Das Material sollte an einem zentralen, festen Ort gelagert sein, sodass jeder immer weiß wo sich Verbandmaterial befindet. Die Küche bietet sich an, weil dort viele Unfälle passieren.
Mit abgelaufenem Verbandsmaterial kann man wunderbar trainieren und mal wieder einen Druckverband anlegen oder eine Armschlaufe aus Dreiecktuch bauen. Mit Kindern ist das auch mal eine schöne Nachmittagsbeschäftigung.

Das Merkblatt des BBK (findet Ihr hier: https://www.bbk.bund.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Mediathek/Mediathek_Formular.html?nn=20692) gibt schon einige gute Hinweise auf den Inhalt einer Hausapotheke. Wenn man noch Material dazu packen möchte, sollte man darauf achten, dass man damit umgehen kann. Es lohnt sich immer mal wieder an einem Erste Hilfe Kurs teilzunehmen, oder auch erweiterte Kurse, wie Betriebssanitäter, zu besuchen.

Die Lagerung ist bei Medikamenten eine Herausforderung. Als Faustregel kann man sich merken: Medikamente in Tablettenform sind meist lange haltbar. Auf den Verpackungen steht kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern "Verwendbar bis". Das bedeutet, dass der Hersteller bis dahin die beste Wirksamkeit sicherstellt. Die Wirkung ist danach aber immer noch gegeben. Antibiotika, allerdings, sollten nicht über das angegebene Datum hin eingenommen werden. Hier sollte, wie bei Lebensmitteln auch, rotiert werden. Als Lagerplatz sollte ein kühler, trockener Ort genutzt werden. Das Badezimmer ist also nicht ideal.

Zur Vorratshaltung bei Medikamenten solltet Ihr mit Eurem Hausarzt Rücksprache halten. Das ist besonders wichtig, wenn Ihr regelmäßig spezielle Medikamente braucht oder Ihr chronische Krankheiten habt. Wir können und dürfen keine Empfehlungen zu Arzneien geben, deswegen hier nur einige Hinweise zu den Empfehlungen des BBK:
Schmerzmittel:
Schmerzmittel in der Hausapotheke zu haben ergibt, nicht nur in der Krise, Sinn.
Viele kennen Ibuprofen oder Paracetamol. Bei allen Medikamenten sollte man aus eigener Erfahrung die Verträglichkeit wissen.
Aspirin ist auch ein bekanntes Schmerzmittel und wird bei Kopfschmerzen gern genutzt. Es ist wichtig zu wissen, dass Wunden nach der Einnahme von Aspirin länger bluten, das es Thrombozyten hemmt.
Schmerzmittel gibt es auch in Salbenform. Die wirken ähnlich wie die Tabletten und können ebenfalls gut genutzt werden.
Als natürliche Schmerzmittel können Ingwer oder Weidenrinden (wenn verfügbar) gekaut werden. Die wirken schwächer, sind aber eine gute Notlösung.
Fiebermittel:
Der menschliche Körper ist empfindlich, was die Körpertemperatur angeht. Das haben wir bei dem Beitrag über Kälteschutz schon angesprochen. Die Körperkerntemperatur ist ideal zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Alles darüber oder darunter ist problematisch.
Fieber nennt man die Erhöhung der Körperkerntemperatur als Reaktion des Körpers auf Mikroorganismen, Viren oder andere als fremd erkannte Stoffe. An sich zunächst eine angemessene Reaktion des Körpers. Einschreiten sollte man erst, wenn man stark unter dem Fieber leidet.
Um Fieber festzustellen ist zunächst ein Thermometer von Nöten. Das BBK rät zu elektrischen Geräten, in der Krise ist ein klassisches analoges Thermometer, zumindest als Backup, eine sinnvolle Ergänzung.
Zur Fiebersenkung können ebenfalls Ibuprofen oder Paracetamol verwendet werden, die es auch als Saft gibt.
Als Hausmittel helfen Wadenwickel, also Handtücher, die mit lauwarmen Wasser getränkt sind und um die Waden gelegt werden.
Bei Fieber ist es wichtig viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das muss in der Krise beim der Flüssigkeitstracking berücksichtigt werden.

Abschwellende Nasensprays:
Jeder kennt Nasensprays bei Schnupfen. Sprays mit Kochsalzlösung und abschwellenden Mitteln helfen bei zugeschwollener Nase und tragen damit zu einem erholsamen Schlaf bei. Das ist auch in einer Notsituation wichtig. Hier sollte auch auf den Lagerzeitraum geachtet werden und man sollte es nicht zu lange nutzen. Ist das Spray leer, kann man die Sprühflasche auch mit Kochsalzlösung füllen. Das befeuchten der Nase hilft auch sehr gut.

Erkältungsmittel:
Es gibt eine breite Range von Mitteln gegen Erkältung. Tees mit Vitamin C, Zitrone oder Honig helfen oft schon sehr gut und lassen sich gut lagern. Bei der Verwendung von natürlichen Hilfsmitteln oder auch Pulvern, die Vitamin C enthalten, sollte nie kochendes Wasser genutzt werden, da das die guten Inhaltsstoffe neutralisieren würde. Besser heißes Wasser. Im Zweifel Wasser aufkochen und zwei Minuten stehen lassen. Auch Hustenpastillen helfen, fiesen Hustenreiz zu stillen und können gut eingelagert werden.

Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit:
Man muss nicht sofort Medikamente nehmen, wenn einem mal übel ist. Durchfall allerdings, kann lebensbedrohlich sein, gerade, wenn man nur eingeschränkte Hygiene halten kann. Gegen Durchfall hilft, zum Beispiel, Loperamid, was man in der Apotheke ohne Rezept beziehen kann. Nux Vomica D6 beruhigt den Magen, wenn man mal etwas falsches zu sich genommen hat.

Da man bei Durchfall und Erbrechen viel Wasser und damit auch Elektrolyte verliert, kann man die mit Elotrans wieder auffüllen. Wie bei "Essen & Trinken" bereits erwähnt kann es auch Sinn ergeben bei hoher körperlicher Belastung oder an sehr heißen Tagen ebenfalls etwas davon einzunehmen.
Brand-, Wund-, Heilsalbe:
Der Klassiker ist hier Bepanthen oder eine andere antiseptische Wundcreme. Die hilft nicht nur psychologisch bei kleineren Wunden oder Abschürfungen. Wunden sollten nicht "an der Luft" heilen, wie es Opa immer empfohlen hat, sondern feucht gehalten werden, sodass der Heilungsprozess optimal ablaufen kann.
Brandwunden oder Verbrühungen sollte nur in der ersten Minute mit lauwarmen Wasser gekühlt werden. Brandblasen sollten nie geöffnet werden.

Brandwunden sollten steril abgedeckt werden (im Verbandskasten gibt es das Brandwundentuch) und zur Kühlung sauberes Wasser aufgetragen werden.

Kleine Wunden können mit einem Wundspray gut versorgt werden. Das hilft auch dabei die Wunde feucht zu halten und den Körper die Möglichkeit der Regeneration zu geben und Schmutz wird aus der Wunde geschwemmt. Zur Desinfektion von Wunden eignet sich Octenisept, da es nicht so stark in der Wunde brennt, wie andere Produkte. Aber Achtung - das darf nicht in tiefe Wunden eingebracht werden!

Um tiefe Wunden zu spülen eignet sich Kochsalzlösung, ...

... die in eine Spritze gefüllt wird. Kochsalzlösung und ein paar Einwegspritzen ergänzen also die heimische Wundversorgung ungemein! Im Notfall geht auch abgekochtes Leitungswasser oder Destilliertes Wasser.

Zum Thema Hygiene in der Krise kommt noch eine extra Folge. Hier schon einmal die Basics für die Hausapotheke: Handschuhe, für den Selbstschutz und Handdesinfektion zur Reinigung.
Auch Feuchttücher sind sinnvoll, um die Hände zu reinigen. Tipp von uns: wenn Ihr Euch welche auf Vorrat anlegen wollt, dann vakuumiert die Packungen ein. Ein Austrocknen wird so verhindert.

Pflaster und Verbandmaterial:
Wie bereits angesprochen ist der Verbandskasten aus dem Auto eine gute Quelle für Verbandsmaterial.

Als Zusatzmaterial empfehlen wir Kompressen. Die sind bei stark blutenden Wunden eine gute Erstlösung.

Kompressen in Verbindung mit guten, flexiblen Binden stillt Blutungen zuverlässig.

Pflaster solltet Ihr vorbereitet haben, sodass Ihr nicht erst wenn es zu spät ist und der Finger blutet mit der Packung rumpfriemeln müsst. Es gibt für wenig Geld Pflasterspender, die man auch einhändig bedienen kann. Achtet bei Pflastern auf gute Qualität.

Wasserfeste Pflaster sind auch immer sinnvoll.

Bei Schnitten sind Steristrips eine sehr gute Lösung. Wunde einfach gut säubern ...

... und dann die geraden Wundränder mit den Streifen fixieren. Das funktioniert sehr gut.

Tourniquets und Wundtamponade aus Mull sollten nur bei wirklich tiefen, stark blutenden Wunden verwendet werden. Achtung: mit diesen Mitteln wird nur Zeit gekauft. Im Anschluss muss zwingend der Arzt weiterbehandeln.

Sprühpflaser eignen sich bei Abschürfungen ganz gut. Das funktioniert wie ein Lack und darf nicht in die Wunde gelangen.

Emergency Bandages sind sehr gut als schneller Druckverband geeignet.

Werkzeuge:
Das BBK rät zu Pinzette und Schere. Achtet bei beidem auf eine gute Qualität! Eine Pinzette die nicht richtig fasst kann unfassbar nervig sein. Nichts, was man im Alltag gebrauchen kann und in der Krise schon gar nicht. Eine gute Kleiderschere gibt es günstig im Internet, Pinzetten solltet Ihr in der Drogerie kaufen. Wir raten auch zu einem guten Nagelklipser. Eingerissene Fingernägel können die Moral wirklich herunterziehen, gerade bei einem geschwächten Körper.

Kühlkompressen gibt es in verschiedenen Varianten. Hier eine Einmalkompresse, die mittels Chemie Kälte produziert. Die Kühlen für ca. 20 Minuten auf ca. 5-7 Grad Celsius.

Bei Insektenstichen hilft Fenistil Gel. Das lindert zuverlässig. Bevor es überhaupt zu einem Stich kommt, hilft Insektenabwehrspray davor die kleinen Plagegeister abzuhalten.

Splint Schienen sind sinnvoll, um schnell und effektiv Gliedmaßen ruhigzustellen.

Die können auf die jeweilige Gliedmaße angepasst werden.
Fazit:
Bevor überhaupt zu Unfällen und Verletzungen kommt, schützt Euch! Nutzt Schutzausrüstung bei der Arbeit, schützt Euch vor Sonne, achtet auf die korrekte Nutzung von Werkzeugen.
Die Hausapotheke sollte in jedem Haushalt vorhanden und gepflegt sein. Nutzt das, was ihr vielleicht schon da habt, macht Euch damit vertraut und ergänzt nur wirklich das, womit Ihr Euch auskennt.
Skills sind wichtiger als Gear! Geht mal wieder zu einem Erste Hilfe Kurs, macht erweiterte Kurse und schaut unsere Videos.
Falls Ihr schon jetzt ein wenig nach Ausrüstung stöbern wollt, Recon Company führt viele Produkte zum Thema Krisenvorsorge, schaut gern rein!
Interesse geweckt? Etwas weiter unten findest du eine kleine Auswahl an passenden Beiträgen:




Comments