top of page

Tasmanian Tiger vs. Snigel - Der ultimative Vergleich der Bundeswehr Hinkelsteine

Der Wunsch der Bundeswehrsoldaten nach einem größeren, moderneren Rucksack wurde vor einigen Jahren endlich erfüllt. In der Truppe gab es lange Zeit nur den Flecktarn Kampfrucksack, der Mitte der 90er Jahre eingeführt wurde und damals sicher ein gutes Modell war. Für längere Operationen wie dem Fallschirmsprungeinsatz, Jagdkampf oder Fernspäheinsatz waren seine 60 Liter allerdings zu wenig. Dezentral beschaffte Modelle von Berghaus oder Norrona versuchten die Lücke zu schließen. Seit ca. 2022 wurden die Modelle von Tasmanian Tiger und Snigel in der Breite eingeführt. Wir stellen Euch die Systeme im Vergleich vor.



Interesse an weiteren Beiträgen, passend zum Thema? Kein Problem, am Ende des Beitrags findet ihr die entsprechenden Links! Click here

Bundeswehr Rucksack System Vergleich


Lange waren die vier Rucksäcke beider Hersteller original ausgegeben für die Bundeswehr nicht verfügbar, mittlerweile gibt es sie im Surplus.


Spezifikationen:


Tasmanian Tiger Einsatzsystem (Daypack) Snigel Einsatzsystem (Daypack)

Material: 100% Polyamid 700D Cordura 100% Polyamid 600D

Größe: 53x30x16 cm 60x30x20 cm

Volumen: 30 Liter (erweiterbar) 30 Liter (erweiterbar)

Gewicht: 1,2 kg 1,4 kg


Tasmanian Tiger Haupt-Rucksack Snigel Haupt-Rucksack

Material: 100% Polyamid 700D Cordura 100% Polyamid 600D

Größe: 83x34x21 cm 85x60x20 cm

Volumen: 80 + 24 Liter 110 Liter

Gewicht: 4,2 kg 4,2 kg


Wir starten mit den kleinen Rucksäcken. Direkt nebeneinander fällt auf, dass der Daypack von Snigel, was bei der Bundeswehr Einsatzsystem heißt, höher ...

... und schmaler ist.


Der Tagesrucksack von TT (links) ist ein reiner Toploader, während der von Snigel auch von der Front beladen werden kann.


Der TT ist in der Front typisch mit PALS und Shockcord bereits ausgestattet, sodass auch an der Außenseite Ausrüstung befestigt werden kann.


An den Seiten sind Kompressionsriemen angebracht ...


... und elastische Einstecktaschen. An dem seitlich angebrachten PALS können die Seitentaschen des großen Modells angebracht werden.


Das Padded Back System ist ein einfaches Tragesystem, an dem die Tragegurte angebracht sind. Der Rucksack wurde für den Einsatz in Kombination mit dem Plattenträger konzipiert, deshalb gibt es keine Belüftungskanäle und aufgesetzte Polster, lediglich der gesamten Rücken ist ganz leicht gepolstert. Eine Versteifungseinlage mit Aluminiumstrebe gibt es nicht.


Die Schultergurte sind ebenfalls leicht gepolstert, anatomisch geformt ...


... und haben an der Front D Ringe.


Es gibt auch einen Brustgurt und eine Schnellabwurfsystem ...


... mit Fastex Clips.


Das Deckelfach ist mit PALS Schlaufen und Eckschlaufen versehen ...


... bietet eine gute Größe allerdings keine weitere Unterteilung.


Der Schlüsselanhänger darf bei TT nicht fehlen.


Ein Jacke oder Nässeschutzhose passt gerollt locker hinein. Ein Doppelreißverschluss schließt das Fach sicher.


Am Boden sind leider keine weiteren Schlaufen angebracht. Eine Schlaufe für einen Eispickel oder ähnliches gibt es allerdings.


An der Front ist Flausch zur Kennzeichnung angebracht.


Das Hauptfach ist mit einer Schneeschürze versehen und kann mit einem Riemen komprimiert werden.


An der Unterseite des Deckelfachs ist noch ein flaches Reißverschlussfach.


Das Hauptfach ist ohne weitere Unterteilung. Das ist simpel und genügt völlig.


Einen Einschub mit Schlaufe und Klettband für eine Trinkblase gibt es allerdings.


Der Rucksack ist leer schön flach und kann klein gerollt werden. Das ist hilfreich beim Transport im großen Rucksack.


So sieht er auf dem Rücken aus.


Das Snigel Einsatzsystem ist deutlich höher und schmaler und hat gefühlt mehr Schnallen zum justieren an der Front.

An der Front sind der Reißverschluss und allerhand PALS, Kompressionsriemen und (hier noch versteckt) Reißverschlüsse für die Aufnahme der Seitentaschen zu erkennen.


Der Frontreißverschluss ist mit einem Druckknopf gesichert.


Die Abdeckfalten für die Reißverschlüsse sind mit Klett gesichert.


Die Außentaschen vom Hauptsystem können hier angezippt werden und aus 30 Litern werden 52 Liter Volumen.


Der Boden hat auch hier keinen weiteren Schlaufen, aber in die Kompressionsriemen kann auch eine Isomatte oder anderes befestigt werden. Der Haltegriff am Boden ist eine sinnvolle Erweiterung.


Hinten am Deckelfach befindet sich ein Einschub zur Markierung und der Tragegriff.


Die Schultergurte sind bei Snigel etwas einfacher gehalten, als bei TT uns können nicht abgenommen werden.


Auch hier sind die Träger anatomisch geformt mit Brustgurt und elastischen Riemen ausgestattet. Mit den Clips unten kann der Rucksack schnell abgeworfen werden.


Im Unterschied zum Modell von TT hat das Einsatzsystem von Snigel einen höhenverstellbaren Hüftgurt.


Der kann entnommen und als leichter Battle Belt genutzt werden.


Das Deckelfach ist einfach eine große Öffnung, die Ihren Dienst tut. Es ist etwas größer als das von TT, hat aber keine weiteren Features.


Das Hauptfach ist mit einem Rollverschluss ausgestattet, der Dreck und Schnee draußen lässt.


Nur bei dem kleinen Rucksack sind die Zipper mit einem schönen, dicken Kunststoffgriff versehen.


Damit ist der Reißverschluss griffig, auch mit Handschuhen.


Die Frontöffnung geht über die gesamte Länge.


Auch hier gibt es keine Unterteilung, aber auch keine Aufnahme für eine Trinkblase.

Dafür gibt es Klett zum Einhängen von Trinkblasen - theoretisch kann man diese in das Einschubfach für die Versteifungseinlage hängen.


Der Kunststoffrahmen, der den Rücken versteift, kann komplett entnommen werden.


Der Rahmen ist von einer gefalteten, dünnen Schaumstoffmatte umgeben, ...


... die als Sitzunterlage, oder als Not Schlafmatte genutzt werden kann. Das aber wirklich nur im Notfall...


Der Rahmen ist aus Polymer mit kreuzförmig vernähten Alustreben.


So sieht das Einsatzsystem auf dem Rücken aus.


Wir starten bei den großen Rucksäcken auch mit dem Tasmanian Tiger. Zivil heißt er Mil Ops Pack und ist schon eine weile verfügbar, allerdings nicht in Steingrau-Oliv mit Infrarot-Unterdrückung.


Dazu gibt es auch ein extra Video und einen Blogeintrag.


Die Qualität und der Zustand sind auch aus dem Surplus sehr gut. Das hängt aber stark davon ab, was der Vorbesitzer in der Bundeswehr gemacht hat. Da jeder Soldat diesen Rucksack bekommt, nutzen ihn natürlich auch Einheiten, die nicht so viel im Gelände sind. Dann wird der Rucksack meist nur für die Heimreise genutzt.


Wesentliche Unterschiede zum Snigel ist die Helmhalterung an der Front, das größere Schlafsackfach und die Seitentaschen, die mit PALS befestigt sind.


TT nutzt für den Rucksack das bewährte V2 Tragesystem, das in der Höhe verstellbar ist. Es hat einen Meshpolsterung ...


... und einen fetten Hüftgurt.


Das Deckelfach ist schön groß ...


... und hat natürlich einen Haken zum Sichern von Ausrüstung.


Um den Rucksack überladen zu können, ist das Deckelfach ...


... in der Höhe anpassbar.


Der Biberschwanz der Helmhalterung kann komplett entfernt werden.


Der Frontverschluss bei TT klappt von untern nach oben auf.


Die Frontöffnung ist schön groß, sodass ganze Packsäcke oder auch große Funkgeräte ohne Probleme ein- und ausgepackt werden können.


Die Alustreben gehören zum V2 Tragesystem.


Für Trinksysteme gibt es rechts und links Schlaufen aus Paracord oder Klett.


Das große Schlafsackfach ist vom Hauptraum durch eine Zipperflappe getrennt. Ein Defence 4 Schlafsack passt da gut rein.

Die Seitentaschen haben ein Volumen von 12 Litern und sind mit dem MOLLE System an den PALS Schlaufen des Rucksacks befestigt. Bei Bedarf können sie abgenommen werden und z.B. auch an den kleinen Rucksack eingeschlauft werden.


Es gibt eine Aufhängung für eine Trinkblase ...

... und eine Meshtasche zur Organisation.


Auf der Rückseite ist das PALS System verbaut. Dadurch, dass die Riemen nur außen sind, können lange Gegenstände dazwischen eingesteckt werden.


Neben den PALS Schlaufen an den Seiten zur Befestigung der Zusatztaschen gibt es Riemen zur Befestigung von Ausrüstung. Im unteren Bereich ist auch wieder eine elastische Tasche.


Der Snigel unterscheidet sich schon von der Form etwas und hat auch einige andere Details als das Modell von TT.


Die Volumenverteilung bei Snigel ist: jeweils 11 Liter Seitentaschen, 80 Liter Hauptrucksack und 8 Liter Deckelfach.


An der Front des Deckelfachs prangt eine große Flauschfläche.


Oben befindet sich normalerweise Shockcord für die Helmhalterung, die fehlt allerdings bei unserem Modell.


Der Aufbau ist ähnlich: abnehmbare Seitentaschen, Schlafsackfach, große Frontöffnung und Deckelfach.


Das Tragesystem ist einen Snigel Entwicklung. Es gibt eine Meshpolsterung am Rücken und an den Schultergurten.


Der Beckgurt ist beweglich gelagert, ...


... sodass er mit der Bewegung des Körper mitgehen kann. Er kann in der Höhe verstellt werden.


Der Rahmen ist aus Polymer mit Alustreben.


Das Deckefach kann komplett entfernt werden ...


... und hat zwei Außentaschen.


Die größere kann von vorn und von hinten geöffnet werden.


Für flache Gegenstände gibt es zwei Innentaschen.


Mit ein wenig basteln und Innovationsgeist kann man das Deckelfach auch als Hüfttasche, oder Notrucksack tragen.


Die Front ist mit PALS Schlaufen versehen, sodass man auch hier Shockcord zur flexiblen Aufnahme von Ausrüstung nutzen kann, oder Zusatztaschen.


Der Frontzugang ist auch schön groß, aber etwas kleiner, als der von TT.


Die Innenseite ist etwas heller, sodass man Ausrüstung besser finden kann.


Das Schlafsackfach ist deutlich kleiner ...


... aber man bekommt den Schlafsack mit Biwaksack hinein.


Braucht man mehr Platz, dann kann man auch hier die Trennung mittels Reißverschluss öffnen.


Innen ist kaum Organisation, ...


... außer ein Sleeve zur Aufnahme eines Trinksystems.


Oben gibt es ein Rolltop, womit der Rucksack sicher verschlossen werden kann.


Da ist auch nach oben ordentlich Platz.


Die Seitentaschen sind auch bei Snigel getunnelt.


Befestig mittels Reißverschluss können sie schnell entnommen werden.


Die Zugänge sind bei den Seitentaschen seitlich über die gesamte Länge.


An jeder Tasche ist ein Gurt fest vernäht. So geht nichts verloren.


Beide Taschen können als Slingbag, ...


... Hüfttasche ...


... oder, zusammengezippt, als Rucksack getragen werden.


Fazit:

Endlich im Surplus. Beide Modelle haben ihre Vor und Nachteile, die jeder für sich selbst abwägen muss - je nach Prioritäten. Kurz zusammengefasst:


Einsatzrucksäcke klein


Tasmanian Tiger

Pro: direkt klein zusammenrollbar, kompakte Maße, Trinkflaschentaschen außen, leicht

Con: Kein Frontzugang, Seitentaschen müssen eingeschlauft werden (dauert länger), kein echtes Tragesystem (zivile Nutzung ohne PC mit Last suboptimal), keine Bodenbefestigungsmöglichkeit


Snigel

Pro: Frontzugang, schnelle Erweiterung mit den Seitentaschen, Versteifungsplatte mit Alu-Strebe, Hüftgurt, Kompressionsriemen können am Boden genutzt werden, um Isomatten etc. zu befestigen

Con: Lang und schmal (könnte mit anderer Ausrüstung in Konflikt geraten), Größere Gegenstände sind auf Grund der Tiefe schlechter zu verstauen, Keine Trinkflaschen Taschen außen, Keine Unterteilung für eine Trinkblase


Einsatzrucksäcke groß


Tasmanian Tiger

Pro: Bewährtes Tragesystem mit breitem Hüftgurt, Helmhalterung auf der Front, breiter Frontzugang zur einfachen Beladung, Riemen für Funkgerätbefestigung auf der Innenseite, großes Schlafsackfach, Trinkflaschentaschen

Con: Seitentaschen müssen eingeschlauft werden (dauert länger), Etwas breiter durch die kurzen Außentaschen


Snigel

Pro: Beweglicher Hüftgurt (eventuell für manche Personen besser geeignet, da der Rucksack immer vertikal ausgerichtet bleibt), Abzippbare Außentaschen, Helmspinne auf dem Deckelfach (fehlt hier), Ausbuchtung für den Kopf (bessere Nutzung im Liegen), Schlanke Form durch lange Seitentaschen, Deckel und Außentaschen können als Daypacks/Slingbags oder Notrucksack verwendet werden

Con: Keine Trinkflaschentaschen, kleinerer Frontzugang, kleineres Schlafsackfach


Die Systeme von Tasmanian Tiger sind beide zivil verfügbar, bei Snigel bekommt man lediglich den großen Rucksack als ziviles Modell. Hier bekommt man dann die Rucksäcke als Neuware mit ein paar kleinen Detail-Unterschieden (nur bei Snigel) die wir Euch demnächst vorstellen werden. Der Neupreis beider Systeme ist deutlich höher als die hier vorgestellten Surplus-Artikel, was diese hier zu einer echten Alternative macht!


Ihr bekommt die Rucksäcke alle als Gebrauchtware und in Teilen als Neuware in der Zivilversion im Online-Shop von Recon, hier ist der entsprechende Link:





Interesse geweckt? Etwas weiter unten findest du eine kleine Auswahl an passenden Beiträgen:

Comments


bottom of page