EARMOR MILPRO M32X MARK3

EARMOR steigt ein in die Profi-Liga. Die neuen MILPRO M32X MARK3 sind deutlich teurer als die bisherigen Gehörschutz-Systeme von EARMOR, dafür sollen sie aber auch viel besser sein. Unser Erfahrungsbericht, heute bei uns für Euch.


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Gehörschutz und Kommunikation - beides ist beim taktischen Schießen oder für die Standaufsicht bei größeren Wettkämpfen im sportlichen Sektor nicht mehr wegzudenken.


Wir haben Euch vor einiger Zeit die OPSMEN EARMOR M32 (Bericht hier) vorgestellt - ein günstiger Gehörschutz, wahlweise mit oder ohne Sprechgarnitur - nutzbar mit Kopfband oder Helmklammern.


Basics: Was ist ein elektronischer Gehörschutz oder auch aktiver Gehörschutz?

Gegenüber einem passiven Gehörschutz, der die Umgebungslautstärke passiv unterdrückt, (das kann ein einfacher Ohrstöpsel oder ein Headset sein) verstärkt der aktive Gehörschutz die Umgebungsgeräusche mit Hilfe von Mikrofonen. Damit kann dann die Lautstärke entweder angehoben oder auf gleichem Niveau genutzt werden, wie man es auch ohne Gehörschutz hätte. Die Elektronik sorgt nun dafür, dass Geräusche ab einem gefährlichen Pegel abgeschnitten werden - alles in Sekunden, um die Wahrnehmung so natürlich wie möglich zu gestalten.


Die Lösung der M32 mit Nutzung am Gefechtshelm war, wie bei der Konkurrent auch, eine Befestigung mit Klammern direkt über dem Gehörschutz an ARC-Rails (OPS Core), M-LOK (MTEK, HHV) oder Team Wendy.


Der neue MILPRO M32X MARK3 kommt direkt mit einem Kopfband und einer Helmhalterung. Hier muss man also nicht wählen, beides ist im Lieferumfang direkt mit dabei.


Spezifikationen


Geräuschreduktion: NRR22

Dämpfungspegel: Ab 82 dB

Batterie: 2x AAA


Modus: 5 verschiedene Modi zur Anpassung an die Umgebungslautstärke

EMI/RFI: Geschützt und getestet nach MIL-STD-416

Autoabschaltung: Nach 4 Stunden

Anschluss PTT: Nexus TP-120 U-174 (Nato Std)

Mikrofon: Abnehmbar, beidseitig nutzbar

Wasserdichtigkeit: IP67

Normen: MIL-STD-810G, CE, RoSH, FCC


Der Mark 3 ähnelt optisch seinem Vorgänger in der Form der Gehörmuscheln, das war's dann aber auch schon. Ihr bekommt einen sehr wertigen Gehörschutz mit Kopfband und Helmbefestigung in einem Carbon-Look-Case. Wie man im Bild schon sehen kann, ist die Befestigung an das neue System von OPS Core angelehnt - Die Montage erfolgt am hinteren Teil des Helmes, um so die Top-Rail frei für andere Ausrüstung zu haben. Weiterhin drückt das neue System mit Federn auf die Gehörmuschel, was für einen perfekten Anpressdruck sorgt.


Bei Bedarf kann der Gehörschutz nach außen geklappt werden, um in Pausen nicht den kompletten Helm abnehmen zu müssen. Für den Transport lassen sich die Muscheln oben auf den Helm klappen und sauber verstauen.


Den Mark3 bekommt Ihr in Single oder Dual-Comm Ausführung: Entweder ein oder zwei Funkgeräte mit einem Headset betreiben. Natürlich nur mit einem Mikrofon - im Dual-Comm-Betrieb benötigt Ihr natürlich auch zwei PTT's. Der Anschluss ist ein Nexus TP-120 U-174 (Nato Std) - passt damit an gängige PTT's und natürlich auch an die PTT's von EARMOR.


Die Helmklammer lassen sich am Helm durch Aufschieben befestigen. Hier gibt es durch die Vielzahl an ARC-Rails am Markt (OPS Core Original und Clone) natürlich auch Differenzen in der Größe - wenn es etwas schwerer geht, nutzt Ihr einfach ein wenig Öl und dann geht die Klammer problemlos aufzuschieben.


Neben dem besseren Anpressdruck bietet die neue Befestigung auch deutlich mehr Feineinstellung. Ihr könnt durch die mittige Positionierung des Arms die Muscheln so drehen, wie Ihr sie benötigt und der Arm selbst lässt sich noch in der Länge justieren.


Der Umbau auf Kopfband ist ja vorgesehen, allerdings ist er nicht ganz so unkompliziert und schnell wie man es vielleicht gerne hätte. Aber wir wollen nicht klagen - mit dem RAC Kit von AXL Advanced z.B. ist ein Rückbau auf Kopfband ohne grobes Werkzeug unmöglich und das Original von OPS Core leider gleich dreimal so teuer wie der Earmor.

Im ersten Schritt entfernt Ihr das Gel-Polster und die Schaumstoffeinlage von der Muschel. Das geht ohne Werkzeug.


Die Bügel oder Klammern (je nachdem, in welche Richtung Ihr umbaut) sind gesteckt und Innen mit einem kleinen Pinn fixiert. Den entfernt Ihr...


...dann können die Klammern/Bügel von der Muschel getrennt werden.


Auf der Seite wo das Mikrofon angebracht ist (beidseitig nutzbar), entfällt dann der Arm mit der Mikrofonbefestigung - Bei der Kopfbandvariante wird das Mikrofon direkt am Haltebügel befestigt.


Der Adapter für die Helmnutzung ist etwas dicker als die Halterung am Kopfband - wir finden, dass das Mikrofon dann etwas zu locker sitzt und nach außen schwingen kann. Hier hilft eine einfache Lage Elektro-Tape - schon ist alles fest.


Zusammenbau am Kopfband starten, Bügel über die Löcher legen.


Natürlich auf beiden Seiten. Pin einsetzen, Innen den Haltestift einsetzen.


Schaumstoff auflegen...


...Gel-Pad aufdrücken...


...und Kabel im Kopfband verstauen. Dafür sind Klettstreifen vorgesehen, die das Kabel dann an drei Stellen halten.


Umbau abgeschlossen, fertig ist der Gehörschutz mit Kopfband.


Was uns übrigens sehr gut gefällt, ist die Gehäuseform, bzw. die Anordnung der Batteriefächer. Ihr habt beidseitig eine AAA Batterie, die im Standby ca. 400 Stunden halten soll (dazu haben wir noch keine Erfahrungsberichte).


Dieses angeschrägte Batteriefach sorgt bei nach vorne geneigtem Kopf für eine gerade Position des Batteriefachs auf dem Hinterschaft und verhindert damit ein Hochdrücken des Gehörschutzes durch die Waffe.


In der Praxis wurden wir extrem überrascht. Die akustische Qualität hat sich enorm gesteigert im Vergleich zum Vorgänger - wir würden sagen, dass der Mark3 sehr dicht an professionelle Gehörschutzsysteme wie den Peltor Comtac oder den MSA Sordin herankommt. Das Hören ist klar und deutlich, kaum Rauschen oder sonstige Störgeräusche (Stichwort Howard Light und Handy in der Nähe) - wirklich sehr sehr gut. Das spiegelt sich auch beim Schießen wieder: Im Gegensatz zum Vorgänger, der zwar sofort bei lauten Geräuschen dicht gemacht hat, aber dann langsam wieder die Lautstärke hochgedreht hat, macht der Mark3 direkt wieder auf nach dem Schuss - was wir persönlich als Verbesserung empfinden. Ebenfalls verbessert wurde die Verständigung per Funk - Verständigung und das was ankommt, wird deutlich besser wiedergeben.


Fazit:


Während der M32 ein günstiger Gehörschutz mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu anderen Low-Budget Gehörschutz-Systemen war, ist der MILPRO M32X MARK3 deutlich teurer. Wenn man nun auf der Suche nach einem Gehörschutz ohne Kommunikationsfunktion ist, gibt es sicherlich bessere, beziehungsweise bewährtere Systeme wie z.B. den MSA Sordin oder einen gebrauchten Peltor Comtac. Unser Meinung nach ist die Akustik deutlich besser als z.B. bei einem Howard Light oder Peltor SportTac. Nimmt man aber die Kommunikation dazu, wird man kaum einen Gehörschutz mit Sprechsatz finden, der günstiger ist. Die Qualität in der Akustik braucht sich gegenüber weit teureren Systemen nicht zu verstecken, jetzt muss nur die Zeit zeigen, ob der Mark3 auch robust genug ist, um taktisch eingesetzt werden zu können.


Ihr bekommt den MILPRO M32X MARK3 bei Best Protection, hier ist der Link:


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