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Survivalklingen vom Feinsten: Puma Werk Solingen - GEK & PARA

Anton "Tony" Lennartz ist aus der deutschen Survival- und Bushcraft-Szene nicht weg zu denken. Ebensowenig kann man sich die deutsche Messerszene ohne den Traditionshersteller PUMA Solingen vorstellen.

Wenn sich nun diese beiden Größen zusammentun, kann nur etwas scharfes dabei herauskommen.

Alles zum PUMA GEK und zum PARA erfahrt ihr heute im Blog und im Video.


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Genauso wie das PUMA Robuster, das wir euch in einem früheren Video bereits vorgestellt haben, stammen die beiden heute präsentierten Messer aus einem genau definierten 12 Punkte-Anforderungskatalog, den Tony Lennartz in den 1980er-Jahren aufgestellt hat, da quasi alle Messer, die er auf seinen Jagd- und Survivaltouren dabei hatte, früher oder später den Geist aufgegeben haben.


Dabei ging es vorrangig darum, ein Messer zu entwickeln, das nicht nur schneiden, oder hauen, oder hebeln konnte, sondern mit dem man alle Arbeiten erledigen kann, die rund ums Lager und auch rund um die Arbeit, anfallen: Vom Aufbau eines Unterstands, über Feuerholz bereiten bis hin zu Arbeiten am Wild, also notfalls abfangen, aufbrechen, Fell abziehen bis hin zum fein-zerlegen.


Dabei räumt der Designer durchwegs ein, dass der Umgang mit großen Messern, vor allem mit langen Klingen, einiges an Übung erfordert.

Wenn man diese allerdings beherrscht, braucht man eigentlich nur "das eine" Messer, das einem dann unnötige Last erspart und einen allzeit treuen Begleiter darstellt.


Das PUMA GEK

Spezifikationen:

Gesamtlänge: 280mm

Klingenlänge: 165mm

Klingenstärke: 5mm

Gewicht: 250g

Härte: 59-60HRC


Material:

NitroX (X70CrMoVN 15)

Griffschalen: G10

Scheide: Sattelleder


Das German Expedition Knife wurde schon von einigen Messerherstellern gefertigt, unter anderem auch Puma und ist nun, auf dem Höhepunkt der Entwicklung- mit G10 Griffschalen- wieder bei Puma gelandet.

Die Messer aus der Gold-Serie werden in Solingen von Hand gefertigt und gepasst und werden mit dem goldenen Puma-Logo versehen, inkl. Zertifikat ausgeliefert.


Die schwarze Sattelleder-Scheide ist äusserst robust gefertigt und nimmt das Messer sicher auf. Der Bereich an der Messerspitze ist mit einer Niete verstärkt, die Nähte per Sattlerstich vernäht, was für äußerste Robustheit der Naht spricht. Die Wandstärke der Scheide ist besonders dick gewählt um die massive und auch sehr scharfe Klinge zu beherbergen. Die besondere Eigenart von Leder ist eben, dass dieses mit laufender Benutzung immer geschmeidiger wird und sich somit noch passgenauer um das Messer schmiegt.


Einziger Nachteil ist, dass eine Lederscheide mit Gürtelschlaufe immer nur einseitig getragen wird, also zumeist für Linkshänder nicht ideal ist.

Tony Lennartz hat die das GEK für die Cross-Draw-Trageweise konzipiert, d.H. das Messer wird vom Rechtshänder auf der linken Körperseite getragen und diagonal über den Körper, quasi wie ein Säbel, gezogen.

Dies mag ungewöhnlich erscheinen, wenn der Rechtshänder allerdings eine Büchse über oder unter der rechten Schulter trägt, kann der Schaft unmöglich an das große Messer stoßen und verräterische Geräusche verursachen. Hier sieht man wieder den Praxisnutzen für den erfahrenen Pirschjäger.


Bernhard trägt, wenn er sich besonders viel Mobilität wünscht, sein Werkzeug gerne am Rucksack, wie hier am First Spear Multi-Purpose-Bag. Auch dies lässt sich gut und verlustsicher realisieren.


Das German Expedition Knife kam schon in vielen Looks daher, zumeist als Ganzstahlmesser. Puma hat dem Messer nun, zeitgemäß, einen Griff aus G10 verschafft, realisiert in zwei skelettierten Griffschalen und fünffach verschraubt.


Der schwach bauchige Griff nimmt von kleinen bis sehr großen Händen alles auf und die zusätzlichen Griffschalen verleihen in der Hand mehr Fülle. Durch die Skelettierung kann das GEK in Survivalsituationen immer noch als Speerspitze eingesetzt werden.


Am Boden des Griffstücks befindet sich kein Glasbrecher, sondern eine Hammerfläche, die über die Griffschalen erhaben ist. Dadurch lassen sich selbst schwere Hammerarbeiten durchführen, ohne die Griffschalen zu beschädigen.


Auf dem Griffrücken der Unterseite befindet sich ein verhältnismäßig aggressives Jimping, das...


... für mehr Reibung und ein besseres Handling in der "arabischen" Messerhaltung führt. Muss man z.B. mal mit feuchten Händen ein großes, noch wehrhaftes Stück Wild abfangen kann man hier nochmals mehr Abwärtsdruck aufbauen um auch diese anspruchsvolle und nicht angenehme Arbeit zügig und ordentlich zu erledigen.


Bei allen Arbeiten fällt die besonders gute Griffigkeit des G10 auf. Durch die saubere Verarbeitung wird das Puma GEK zum echten Handschmeichler.


Um den Zeigefinger zu schützen wirde ein großzügiger Fingerguard integriert.

Auch vor dem Griff befindet sich auf dem Klingenrücken eine grobe Schraffierung, die nicht nur die Griffigkeit erhöht, sondern...


... auch bei Dunkelheit eine sichere Positionierung der Finger auf der Klinge gewährleistet. DUrch die abgeflachten Stege zwischen den Vertiefungen fühlt sich das Jimping nicht unangenehm an.


Die Rückseite der Klingenspitze ist mit einem Skinner-Rücken ausgestattet. Dieser verfügt über keine Fehlschärfe, sondern ist besonders zum schonenden Abbalgen vorgesehen. Da das Leder zumeist nur an Bindegewebe hängt, kann man mit Unterstützung des Klingenrückens Wild aus der Decke schlagen, ohne Gefahr zu laufen, mit der scharfen Schneide das Leder zu verletzen, was es von Fellauktionen ausschließen und auch den Nutzen verringern würde.


Die perfekt ausgeschliffene Schneide des Puma GEK verfügt über kein Ricasso, sondern lässt die Schneide direkt vor dem Fingerguard beginnen. Somit hat man bei diesem gewaltigen Messer die volle Länge der Klinge zur Verfügung und kann Arbeiten, die mit viel Druck zu verrichten sind, direkt vor dem Griff ausführen.


Das Malträtieren und Benutzen des German Expedition Knife war eine wahre Freude und es hat sich, wie Tony Lennartz erwähnt hat, bei der Benutzung eine steile Lernkurve eingestellt.


Spezifikationen:

Gesamtlänge: 177mm

Klingenlänge: 81mm

Klingenstärke: 3mm

Gewicht: 51g

Härte: 59-60HRC


Material:

Böhler N690

Scheide: Kydex


Bei Puma Para handelt es sich quasi um den kleinen Bruder des GEK. Es handelt sich hier ebenfalls um ein Design von Tony Lennartz und dient als Neck-, EDC- oder Backup-Knife. Die hohe verarbeitungsqualität und einfache Bauweise machen es seit einigen Jahren zu einem von Bernhards 5 liebsten EDC Messern.

Ebenfalls aus der Gold-Linie von Puma stammend wird das Para mit dem goldenen Puma-Logo in der schwarzen Box geliefert. Eine passgenaue Kydexscheide mit schwarzer Kugelkette und Ablauföffnung gehören ebenso wie das Zertifikat zum Lieferumfang.


Über die Konstruktion gibt es nicht viel zu sagen, aber es gibt damit viel anzustellen. Durch die skelettierte Bauweise lässt sich das Para sehr gut verdeckt tragen, kann aber ebenso als Behelfs-Speerspitze genutzt werden.


Durch das sichere Einrasten in die Kydexscheide ist das kleine Messer besonders als Neckknife vorgesehen.


Da die meisten Kydexscheiden anerer Hersteller zu wünschen übrig lassen, ist man bei Puma den sichereren Weg gegangen und hat keine Taco-Bauweise für die Scheide, sondern eine zweischalige Konstruktion gewählt.


Bernhard hat sein Para wieder mal mit einem Ultilink ausgerüstet und trägt somit das Messer "Scout", also quer vor dem Bauch und hat den Griff mit Paracord aufgerüstet.


Das Para verfügt über eine Riemen-Öse, die bei der Installation einer Paracordwicklung hilft, oder eben einen Griff- oder Fangriemen aufnimmt. Der Rest des Griffstücks ist großzügig skelettiert. Dies verringert Gewicht. Durch die Materialwahl, es wird sehr zäher Böhlerstahl N690 verwendet, ist das Para dennoch extrem stabil.


Auf dem Klingenrücken befindet sich eine sehr grobe Schraffierung mit breiten Stegen. Dadurch weiß man, auch ohne hin zu schauen, immer, wo die Finger sitzen und man fühlt den erhöhten Grip beim Arbeiten.


Ebenso wie das GEK sind alle wichtigen Daten auf die linke Klingenseite gelasert.


Auf der rechten Seite befindet sich das Autogramm von Tony Lennartz, sowie die fortlaufende Seriennummer.


Fazit:

Sowohl das Para, als auch das GEK sind tolle Messer mit hervorragend gewählter Materialität und durchdachter Entwicklungsgeschichte.

Wer sich beim GEK über die fehlende Eignung zum Führen nach deutschem Waffengesetz wundert, hat leider den wahren Nutzen nicht verstanden. Hier handelt es sich um kein EDC Messer, sondern um ein waschechtes Multitool aus dem Hause Puma / Lennartz, das gemacht wurde, um unter härtesten Umständen und unter Zeitdruck zu bestehen.

Ganz im Gegensatz dazu das Puma Para: Dieses kleine Ganzstahlmesser überzeugt eben durch seine Leichtigkeit und seine schlanke Bauweise, was es zum unverwüstlichen Begleiter in allen Lebenslagen und beim alltäglichen Tragen macht. Durch diese Eigenschaften hat es sich auch bei Bernhard im EDC bewährt und von der Brotzeit über die Jagd, bis zum Shelter-Bau, alle Szenarien durchlaufen.


Durch die minimalistische Konstruktion sind beide Messer nicht für jedermanns Geschmack, aber auf jeden Fall einen zweiten Blick wert. Wer unverwüstliche Begleiter für große und kleine Abenteuer sucht, ist bei diesen beiden Schneidteufeln genau richtig.





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